Renale Denervation - Österreichischer Herzfonds

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Rund ums Herz


Renale Denervation bei Hypertonie

Hypertonie verursacht keine Schmerzen, sie ist jedoch eine gefährliche Volkskrankheit mit hohem Schädigungspotenzial.

Christian Koppelstätter von der Medizinischen Universitätsklinik Innsbruck: "Folgeschäden betreffen das Gefäßsystem und vor allem Organe, die von dem Gefäß abhängig sind. Das wäre das Gehirn hinsichtlich Schlaganfällen, das Herz hinsichtlich Herzinfarkt und dann die gesamte Gefäßsituation inkl. der Niere, die geschädigt werden kann."

Mediziner versuchen daher alles, den Bluthochdruck bei PatientInnen in den Normalbereich zu bringen. Die wichtigsten Maßnahmen sind Gewichtsreduktion, ausreichend Bewegung, Stressvermeidung und eine salzreduzierte Ernährung. Die medikamentöse Einstellung spielt eine zentrale und entscheidende Rolle. Es gibt aber PatientInnen bei denen das alles nichts hilft - hier gibt es aber nach genauer Abklärung nun die Möglichkeit einer renalen Denervation.
@ Von Schonertagen - Fotolia.com
Prof. Dr. Otmar Pachinger, ehemaliger Chef der Kardiologie der Innsbrucker Universitätsklinik erklärt: "Das ist ein ganz neues Verfahren für PatientInnen, bei denen trotz einer Mehrfach-Kombinationstherapie nicht die ideale Blutdruck-Einstellung erzielt werden konnte. Bei einer sogenannten renalen Denervation werden Nervenfasern in den Nierengefäßen, die eine sehr wichtige Rolle bei der Entstehung von Bluthochdruck spielen, verödet." Die Behandlung hat in den meisten Fällen eine blutdrucksenkende Auswirkung. Der Eingriff ist ähnlich einer Herzkathederintervention und dauert ca. 45 Minuten. Bei der renalen Denervation wird wiederholt Radiofrequenz-Energie über zwei Minuten abgegeben. Dabei kommt es in den Nierenarterien zu einer punktweisen Erhöhung der lokalen Temperatur bis zu 60 - 70 Grad, was zur angestrebten, teilweisen oder vollständigen Zerrstörung der sympathischen Nerven führt. Das Verfahren wird von den ExpertInnen als sicher beschrieben, wobei dieses erst seit 1 Jahr angewendet wird und hierfür noch keine Langzeitdaten vorliegen.

Doz. Dr. Matthias Frick: „Mit einem speziellen Ablationskatheter fährt man in die Nierenarterie hinein. Dann wird an 4 -6 Stellen Strom abgegeben. Damit wird das Sympathikusgewebe sozusagen verödet und im Laufe der Zeit geht dann der Blutdruck in einen adäquaten Bereich herunter."

Obwohl es keine Altersbeschränkung gibt, wurde das Verfahren in Österreich bisher vorwiegend an jüngeren PatientInnen durchgeführt. Die konkreten Ergebnisse und realistischen Erwartungen lassen sich folgendermaßen erklären:

Doz. Dr. Matthias Frick: „Aus den Studien geht hervor, dass nur ca. 15% von dem Eingriff nicht profitieren. Wobei selbst bei diesen 15% die Blutdruckspitzen deutlich reduziert sind. Ich glaube, dass man von dieser Methode nichts Falsches erwarten darf. Häufig wurde kolportiert, dass man die Blutdruckmedikamente komplett absetzen kann, das ist aber nicht der Fall. Man kann Blutdruckspitzen reduzieren, man kann möglicherweise auch die Blutdruckmedikamente reduzieren aber derzeit kann man nicht davon ausgehen, dass man auf die Medikamente verzichten kann."

Das Verfahren selbst kommt an sich aus der interventionellen Kardiologe und ist Resultat einer jahrzehntelangen Entwicklung auf diesem Gebiet. Die Auswirkung auf den Blutdruck bei dieser speziellen Ablationsform war eher eine Zufallsentdeckung und wurde dann ausgehend von den USA zur gezielten Senkung des Bluthochdruckes weiterentwickelt. Sie wird nun in speziellen Fällen weltweit angewendet.

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